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Gelikt oder geliked? So schreiben Sie korrekt denglisch.

Waren Sie heute schon auf Social Media und haben etwas «gelikt»? Oder haben sie es «geliked»? Anders gefragt: Wie schreiben Sie das Wort «liken», wenn Sie es in die Vergangenheitsform setzen?


Sollten Sie zu Team «geliked» gehören: Laut Duden und nach offizieller deutscher Grammatik war das bisher – nun ja – leider falsch. Falls es Ihnen ein Trost ist: Auch mir gefällt «geliked» besser. Denn ehrlich – «gelikt» klingt eher nach der Vergangenheitsform von «lecken». Da schüttelt es einen doch grad, oder?



Gelikt oder geliked?
Gelikt oder geliked?


Doch zum Glück hat der Rat für deutsche Rechtschreibung die Regeln letztes Jahr überarbeitet und nun sind in gewissen Fällen beide Varianten zulässig: Die Partizip-Bildung sowohl mit der Endung -t als auch mit der Endung -ed.


Wie war die Regelung bisher?


Bevor ich Ihnen zeige, in welchen Fällen genau, lassen Sie mich kurz erklären, wie die Sache bis anhin geregelt war.


Aus dem Englischen übernommene Verben mussten wie die deutschen regelmässigen («schwachen») Verben konjugiert werden.


«Liken» wurde demnach wie «fragen» oder «jagen» konjugiert:


fragen – fragte – ge-frag-t


jagen – jagte – ge-jag-t


liken – likte – ge-lik-t


Seit 2024 darf neu das Partizip Perfekt in beiden Varianten gebildet werden – geliked ist jetzt genauso richtig wie gelikt.


Die Einschränkung


Allerdings mit einer Einschränkung: Die Regel gilt nur für Verben, die im Englischen mit einem stummen «e» enden. Also zum Beispiel für die folgenden:


  • Etwas faken – to fake: Die News sind gefakt / gefaked.

  • Etwas timen – to time: Die Mitteilung war genau getimt / getimed.

  • Scoren – to score: Der Fussballspieler hat gescort / gescored.


Aber Achtung: Nur weil Sie das «e» am Wortende nicht hören, heisst das nicht, dass es in jedem Fall stumm ist. Bei Verben wie «to google» / «googeln» oder «to handle» / «handeln» zum Beispiel ist das nicht der Fall.


Die Begründung: Das sei so, weil das «e» zusammen mit den vorangehenden Buchstaben eine Silbe bildet, also goo-gle und han-dle.


In solchen Fällen heisst es deshalb nach wie vor:


  • Ich habe gegoogelt oder sie hat das Problem souverän gehandelt.


Gegoogled oder gehandled wäre falsch.


Eine weitere Ausnahme


Um Sie nun vollends zum Weinen zu bringen:


Die oben beschriebenen Regeln gelten nur bei aus dem Englischen eingewanderten Verben im Infinitiv. Wurde das Partizip eines Verbs eins zu eins übernommen, dann bleibt die englische Schreibweise mit der Endung -ed – zum Beispiel relaxed oder stonewashed. Hier wäre die Endung -t falsch.


Würden Sie jetzt am liebsten aus dem Fenster springen? I feel you.


Mein Rat, sollten Sie sich in diesem Keine-Regel-ohne-Ausnahme-Dschungel verlaufen haben: Googeln Sie die Schreibweise einfach. Aber googlen Sie sie nicht – das wäre falsch.




 
 
 

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